Der lange Weg meiner Familie nach Münster begann in der Bauerschaft Schoneberg. Hier lebte die Familie Schulte über viele Generationen auf dem Schultenhof.

So hörte es sich noch bis vor kurzem an. Doch die Wahrheit liegt einige Kilometer weiter entfernt auf einem anderen Schultenhof. Der Ort des Geschehens heißt Bettinghausen, wahrscheinlich die Bauerschaft Berglar. Hier wird 1720 ein Johan Caspar Schulte geboren. Im Kirchenbuch ist er allerdings nur unter Johan Schulte vermerkt. Die Konfirmationsliste vom 16. Mai 1736 führt ihn als Johan Caspar Schulte auf. Da zudem die Namen nach Alter sortiert aufgeschrieben wurden, passt diese Vermutung. Johan Caspar bleibt nicht auf dem Hof und zieht nach Merklinghausen (Gemeinde Horn). Hier heiratet er die Clara Borgschulte und nimmt ihren Namen an. Die Ehe bleibt kinderlos, immerhin ist Clara  mittlerweile 45 Jahre alt und Johan Caspar Schulte ihr zweiter Ehemann. Als Clara stirbt heiratet Caspar erneut , behält aber den Namen Borgschulte. Ab diesem Zeitpunkt ist aus dem Schulte ein Borgschulte geworden. Ein Sohn des Caspar Schulte, Franz Borgschulte, zieht auf den Platenhof nach Ostinghausen. Hier heiratet er die Franziska Plate. Franziska ist 16 Jahre älter. Sie stirbt zwei Jahre nach der Hochzeit. Franz heiratet erneut, diesmal die Anna Maria Sophia Rosina Saurmann und hat mit ihr acht Kinder (fünf Jungen und drei Mädchen). Die einzig überlebende Tochter, Maria Katharina Borgschulte, bekommt von dem Franz Heithorst zwei Kinder. Eines der Kinder ist Clemens Borgschulte. Er zieht nach Diestedde und heiratet dort die Maria Christina Kern. Sie haben dort drei Kinder. Ein Sohn, Franz Wilhelm Borgschulte, heiratet in Liesborn die Anna Maria Dieckhoff. Sie bekommen fünf Kinder bevor Franz Wilhelm im Alter von 37 Jahren stirbt. Der zweite Sohn, Wilhelm Borgschulte, ist mein Großvater. Er ist es, der Anfang des 20. Jahrhunderts kurz vor dem ersten Weltkrieg nach Münster zieht. Hier und in der Umgebung leben die Nachkommen unserer Familie noch heute.